Mittwoch, 6. Dezember 2017

Gedanken am Morgen....

... was bedeutet es eigentlich wirklich, dass wir immer älter und älter und älter werden? Klar, Wissenschaftler aus aller Welt arbeiten daran, den Alternsprozess zu steuern und ihn zu verzögern und zu verlängern. Rein wissenschaftlich gesehen eine Herausforderung, das ist klar.
Aber was heißt das für uns, für mich, für meine Freunde und Freundinnen?
Was sollen wir mit all den Jahren machen, in denen wir langsam und immer langsamer alt und älter werden? Wie verbringen wir die viele Zeit als ältere Frau und älterer Mann? Womit beschäftigen wir uns? Was wollen wir? Wollen wir überhaupt noch was?
Ich glaube, dass wir am besten alles vergessen sollten, was wir jemals über Leben im Alter gedacht haben und anfangen sollten, kreativ und ganz neu darüber nachzudenken, wie wir im Alter leben wollen und was wir mit unseren Leben anstellen wollen.
Einfach weitermachen wie bisher? Einfach die Grenzen nach hinten verschieben und mit 70 so leben wie mit 50?
Viele von uns verändern nichts, gar nichts. Sie leben drauflos und überlassen die Veränderungen dem, was passieren wird. Biologisch und physisch verändert sich ja was, wenn auch langsamer als früher oder zeitlich versetzt. Aber was verändert sich geistig und seelisch? Darüber wird nicht gesprochen, das scheint kein Thema zu sein, wie wenn die vielen Jahre Leben darauf keine Auswirkungen hätten.
Meine These ist, wir reden nicht darüber weil wir nicht wissen, WIE wir darüber reden sollen. Uns fehlen die richtigen Worte, uns fehlt der Bezug, uns fehlt aber auch das Interesse daran. aus unserem Inneren, unserm Innenleben im Alter zu berichten. Wozu soll das gut sein? Wen interessiert das?
Meine Erfahrung ist, dass innen, also in unserem Innenleben, überhaupt kein Alternsprozess stattfindet, sondern Entwicklung und Veränderung. Oder auch nicht. Und um das, was innen passiert, zu beschreiben, nutzen uns die Worte "alt" oder "älter" gar nichts, denn sie sagen nichts aus, sie sind inhaltslos.

Sonntag, 3. Dezember 2017

Mittwoch, 29. November 2017

Begeisterung als "Treibstoff "für die Entwicklung des Gehirns.

Aus Hüthers Buch: Raus aus der Demenzfalle!
Jede neue Entdeckung, jede neue Erkenntnis und jede neu erlernte Fähigkeit löst im Gehirn von Kindern einen für uns Erwachsene kaum noch nachvollziehbaren Sturm der Begeisterung aus. Diese Begeisterung über sich selbst und über all das, was es noch zu entdecken gibt, ist der wichtigste "Treibstoff" für ihre weitere Hirnentwicklung.
Die Frage ist: Was hindert uns eigentlich, uns als Erwachsene zu begeistern?
Die Frage ist auch: Können wir uns erinnern, wie es war, als Kind begeistert gewesen zu sein?
Und noch eine Frage: Jetzt, wo wir alt sind und viel Zeit haben, könnten wir da nicht dafür sorgen, uns wieder zu begeistern?
Ein begeisterter alter Mensch... wie sieht er aus? wie sieht sie aus?
Ich erinnere mich an Stéphan Hessel, ein alter Mann, damals schon über 90, der vor ein paar Jahren wie aus dem Nichts auftauchte und im Fernsehen und in den Medien zu Wort kam und das kleine Büchlein "Empört Euch!" geschrieben hatte. Er war begeistert davon, seine Botschaft in die Welt zu bringen, und andere zu begeistern. Hessel war aber nicht nur begeistert und begeisternd, sondern auch beseelt, emphatisch, und er konnte gut zuhören.
Er ist 2013 gestorben. Zu Erinnerung.




Samstag, 18. November 2017

Wer entscheidet, wann mein Alter eine Rolle spielt und wann nicht?

Ich habe entschieden, dass ich entscheide, wann mein Alter eine Rolle spielt und wann nicht.
Und wenn ich merke, dass andere entschieden haben, dass mein Alter eine Rolle spielen soll, dann verweigere ich mich meistens.
Nicht, weil ich nicht so alt sein will, wie ich bin, sondern weil ich aus Erfahrung gelernt habe, dass, wenn andere entscheiden, ob mein Alter eine Rolle spielen soll oder nicht, sie diese Entscheidung aufgrund ihrer Vorstellungen von meinem Alter treffen.
Oft haben sie aber einfach keine Ahnung davon, was 71 bedeutet und wie mein Leben läuft. Und da viele es nur schwer aushalten, keine Ahnung von etwas zu haben, stülpen sie ihre Zuschreibungen über mich und ordnen mich da ein, wovon sie meinen, wohin ich gehöre, nur weil ich 71 bin.
Dabei habe ich ja selbst kein Ahnung davon, was es heißt, 71 zu sein.
Ich lebe einfach mein Leben und lerne und fühle mich inspiriert und langweile mich und rege mich auf und bin müde und bin hellwach und lese und schreibe und gucke Fernsehen und gehe spazieren und treffe mich mit Freundinnen und höre TED Vorträge auf YouTube und lege die Beine hoch und denke nach und ...
Da frage ich doch mal eben Alexa, was heute so ansteht: Alexa, was steht heute in meinem Kalender?
Alexa antwortet: Heute gibt es noch 2 Termine, es gibt um 14 Uhr 20 den Termin in ...
Okay... dann muss ich jetzt mal ran...
Schnell noch Folgendes... soviel Zeit muss sein:  Es gibt Tage, an denen steht nichts im Kalender, an denen bleibe ich zuhause und liege viel rum. Manchmal ist Liegen gut fürs Denken. Ich würde auch sagen, manche Gedanken können nur in der Horizontalen entstehen. Das ist jedenfalls meine Erfahrung.

Freitag, 3. November 2017

Ein Erkenntnisprozess nach dem anderen

Was für eine Erkenntnis, wenn man plötzlich erkennt, dass das Leben ein Erkenntnisprozess nach dem anderen ist.
Die Frage ist natürlich: Was macht man mit seinen Erkenntnissen? Wie geht man mit ihnen um?
Hm.... das ist natürlich individuell verschieden, das kann man nicht mehr mit "man..." beantworten.
Also heißt die Frage: Was mache ich mit meinen Erkenntnissen, und wie gehe ich mit ihnen um?
Ich würde sagen: Ich habe eine Biografie von Erkenntnissen und vom Umgang mit ihnen. Denn je nach dem, bin ich so oder so oder so mit gewonnenen Erkenntnissen umgegangen.
ich erinnere mich: In bestimmten Lebenssituationen habe ich gewonnene Erkenntnisse sofort und unmittelbar verdrängt. Ich wollte sie nicht wahrhaben. Sie waren viel zu gefährlich. Sie umzusetzen hätte nämlich bedeutet,  die augenblickliche Lebenssituation zu verändern. Und das wollte ich nicht, oder konnte ich nicht oder glaubte, es nicht zu können, oder wollte es nicht wollen.
Aber andererseits habe ich in anderen Lebenssituationen genau das getan, nämlich aufgrund einer Erkenntnis meine Lebenssituation total verändert.
Da taucht die Frage auf: Was war jeweils anders, also was hat mich einerseits gehindert, meine Erkenntnisse umzusetzen und andererseits, was war anders, als ich es getan habe? Was hat mich unterstützt und die Umsetzung befördert? Hm.... darüber werde ich in den nächsten Tagen nachdenken und versuchen, mich zu erinnern...
Noch was: Ich möchte hier auch die Frage stellen: Sind Erkenntnisse dazu da, umgesetzt zu werden, oder reicht es, sie zu haben? Und wenn man sie hat, aber nicht umsetzt, was passiert dann mit ihnen?
Und was passiert mit einem selbst, wenn man einen Erkenntnisprozess nach dem anderen hat, aber die gewonnenen Erkenntnisse nicht benutzt?

Donnerstag, 2. November 2017

Erkenntnis?

Bei Wikipedia steht unter anderem:
Der Begriff der Erkenntnis bezeichnet
  • das Ergebnis (das Erkannte) und
  • den Prozess des Erkennens (den Erkenntnisakt).
Erkenntnis beinhaltet immer die Beziehung zwischen einem erkennenden Subjekt und etwas Erkanntem (Objekt). Erkenntnis kann sich ebenso auf einen Sachverhalt wie auf einen Prozess beziehen. Je nachdem, ob eine Erkenntnis unmittelbar gewonnen wird oder ob sie durch eine indirekte Information entstanden ist, spricht man von der unmittelbaren (intuitiven) oder von der mittelbaren (diskursiven) Erkenntnis.